Morgen mehr/Meer
Archiv des Autors: bilderbogenblog
Frische Bücher
Bei diesen beiden Worten konnte ich nicht wiederstehen. Ich betrat den Buchladen, und obwohl ich mich tapfer auf Abstand zu den Kinderbüchern hielt, landete ich plötzlich und unerwartet doch genau vor dem Regal.

„Und? Was siehst du?“
„Zwei Quadrate. Ein weißes und ein blaues.“
„Technisch gesehen ja, aber künstlerisch?“
„Keine Ahnung.“
„Na komm!“
„Eine Fahne?“
„Nein.“
„Ein Schlumpf ganz nah.“
Nicht nur die humorvollen Dialoge begeistern mich, auch die Wortspiele und das Ungeschönte der Geschichte. Obwohl es ein Kinderbuch sein soll und die Zeichnungen einfach kuschlig, allerliebst und kraftvoll sind, lässt die Geschichte auch philosophische Betrachtungen zu.
Es geht um Standpunkte und festgefahrene Ansichten basierend auf Erfahrungen… und die Chance, zur Seite zu treten und eine andere Erfahrung zu machen.
„Nee!“
„Blaubeerkuchen mit Sahne?“
„Himmel, du bist ja nur noch Magen.
Das ist das blaue Meer.
Und darüber der weiße Himmel. Himmel und Meer. Ein Fenster mit Aussicht. Meerblick.
Mehr Blick für dich.“

Ich finde ein echt gelungenes Buch für jede Generation.
Zum Valentinstag

„Die Kunksmuhme war ein langes knochiges Mütterchen, dessen Haare stets zerzaust und struppig waren wie ein Elsternest. …“

„… Trumm hatte seine besten Jahre auf See verbracht.Genau siebzehn Schiffbrüche hatte er erlebt, war aber jedes Mal mit heiler Haut davongekommen. Natürlich hielt er sich immer streng an die Vorschriften des alten Seemannsgesetzes, wonach der Kapitän sein sinkendes Schiff nicht verlassen darf, sondern mit ihm untergehen muss. Sobald er aber auf dem Meeresgrund anlangt, gilt die Pflicht als erfüllt, und er kann ruhigen Gewissens davonschwimmen. Da Trumm ein außerordentlich guter Schwimmer war, rettete er sich stets unversehrt an Land. …“

… „Sieh mal“, sagte sie, „die Röschen sind schon erblüht.“ Die Muhme stellte die Blumen in die Vase und setzte sich zu Trumm auf den Bettrand.
„Vielleicht sehnst du dich nach dem Meer?“, fragte sie. „Ich kann dich wieder zu einem jungen Mann machen, wenn du willst.“
„Wirst auch du dann wieder jung sein?“, fragte der Kapitän.
„Nein“, sagte die Kunksmuhme. „Ich muss eine alte Hexe bleiben, als solche bin ich zuweilen noch vonnöten.“
„Wirst du dann wenigstens auf mich warten, bis ich wieder alt sei werde?“, fragte der Kapitän.
„Nein“, entgegnete die Kunksmuhme. „Es würde deinem Charakter schaden, wenn du wüsstest, dass dich an deinem Lebensabend eine alte Hexe erwartet.“
Der Kapitän versank in Nachdenken.
„Dann gehe ich nirgendwohin“, sagte er schließlich. „Ich bin kein kleiner Junge mehr und will auch nicht nochmals einer werden. Ich habe schon zur Genüge Schiffe auf Grund gefahren.“ …
aus der Erzählung „Die Kunksmuhme“ von Aino Pervik
Überraschung
Ein Überraschungsgast in unserem Garten… Eichhörnchen sind selten geworden. Um so schöner für mich, diesen kleinen flinken Kerl am Sonntagmorgen vom Frühstückstisch aus beobachten zu können.
Labyrinth- der Weg und das Ziel
Gestern war er noch so klein… Und heute leuchten seine Augen wieder, nur jetzt ist er größer als ich.

… an allen anderen 364 Tagen im Jahr